Radarscanner oder Laserscanner: Austausch von Laser zu Radar
Welche Sensorik ist besser für den Außenbereich
Praxisbeispiel in Niedersachsen
Bei einer bestehenden Polleranlage in Niedersachsen haben wir in der vergangenen Woche die eingesetzte Sensorik überarbeitet. Der bisher verbaute Laserscanner wurde ausgebaut und durch einen industriellen Radarscanner ersetzt.
Die Entscheidung war das Ergebnis einer technischen Bewertung im laufenden Betrieb. Ziel war es, die Erfassung im Zufahrtsbereich langfristig zu optimieren und das System robuster gegenüber äußeren Einflüssen zu machen.
Laser im Außeneinsatz
Der ursprünglich eingesetzte Laser arbeitete auf optischer Basis. Das System misst mittels eines Laserstrahl die Entfernung zu Objekten und kann dadurch Fahrzeuge oder Hindernisse sehr präzise erfassen.
In kontrollierten Umgebungen liefert diese Technologie eine hohe Genauigkeit. Die Konturenerkennung ist exakt, Schutzfelder lassen sich genau definieren, und die Reaktionszeit ist schnell.
Im Außeneinsatz zeigten sich jedoch Grenzen. Die Anlage befindet sich in einem frei zugänglichen Bereich und ist dauerhaft wechselnden Umgebungen ausgesetzt:
- Regen
- Nebel
- Schneefall
- Staubaufkommen
- Temperaturschwankungen
Ein optischer Sensor benötigt eine freie Sichtfläche. Bereits leichte Verschmutzungen oder starke Witterungseinflüsse können die Erfassung beeinflussen. Das führt nicht zwingend zu Ausfällen, erhöht jedoch den Wartungsbedarf und reduziert die Langzeitstabilität.
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Entscheidung für Radar
Auf Basis unserer technischen Erfahrung im Bereich Zufahrtsschutz haben wir uns bewusst für einen Radarscanner entschieden.
Radar misst mit elektromagnetischen Wellen im Hochfrequenzbereich. Im Gegensatz zum Laserscanner ist das System nicht auf optische Sicht angewiesen. Die Messung bleibt auch unter widrigen Bedingungen stabil.
Für diesen Einsatzbereich waren folgende Faktoren ausschlaggebend:
- wetterunabhängige Objekterfassung
- konstante Messwerte bei Regen, Nebel und Schnee
- geringe Beeinflussung durch Staub
- geschlossene, robuste Bauweise
- reduzierte Anfälligkeit gegenüber mechanischen Einwirkungen
Im offenen Verkehrsbereich ist diese Art der Erfassung deutlich widerstandsfähiger.
Radarscanner oder Laserscanner im laufenden Betrieb
Die wichtigste Anforderung an die Sensorik einer Polleranlage ist eine sichere und zuverlässige Objekterfassung. Der Sensor muss Fahrzeuge im Zufahrtsbereich schnell erkennen, korrekt messen und das Signal eindeutig an die Steuerung liefern.
Der Radarscanner überzeugt hier vor allem durch:
- hohe Stabilität im 24/7-Betrieb
- konstante Leistung bei wechselnden Wetterbedingungen
- reduzierte Störanfälligkeit
- geringeren Wartungsaufwand
- zuverlässige Erfassung auch bei schlechter Sicht
Während ein Laserscanner besonders präzis Konturen abbildet, arbeitet Radar flächiger. Für unsere Anwendung ist das ausreichend, da keine millimetergenaue Kontur erforderlich ist, sondern eine sichere Detektion von Fahrzeugen im definierten Bereich.
Die Genauigkeit des Radarsystems ist für diese Anwendung technisch vollkommen ausreichend. Entscheidend ist nicht die feinste Auflösung, sondern eine robuste und stabile Funktion über Jahre hinweg.
Resilienz im vandalismusgefährdeten Umfeld
Ein weiterer Faktor war die mechanische Belastung. Solche Polleranlagen werden häufig in öffentlich zugänglichen Bereichen verwendet wie z.B. als Parkplatzpoller oder Anti Terror Poller. Sensorik kann hier mutwillig beschädigt oder manipuliert werden.
Ein Laserscanner besitzt eine transparente Frontfläche. Diese ist konstruktiv empfindlicher gegenüber mechanischen Einwirkungen. Ein Radarscanner hingegen ist geschlossen aufgebaut und deutlich weniger anfällig.
Für Kommunen und Betreiber kritischer Infrastruktur bedeutet das:
- höhere Ausfallsicherheit
- weniger Serviceeinsätze
- langfristig effizienterer Betrieb
- geringere Folgekosten
Die Umstellung auf Radar war somit nicht nur eine technische Anpassung, sondern eine strategische Entscheidung zur Optimierung der Gesamtanlage.
Integration in das bestehende System
Der neue Radarscanner wurde in die bestehende Steuerung der versenkbaren Poller integriert. Die Parameter konnten technisch an die vorhandene Logik angepasst werden.
Wichtig war dabei:
- exakte Definition des Detektionsbereichs
- saubere Signalübergabe an die Steuerung
- schnelle Reaktion bei Annäherung von Fahrzeugen
Das System arbeitet jetzt stabiler und benötigt weniger Eingriffe im laufenden Betrieb. Die Erfassung erfolgt konstant, auch unter anspruchsvollen Bedingungen.
Die passende Technologie für den richtigen Einsatzbereich
Laserscanner haben eine hohe Präzision, sind technisch ausgereift und in vielen Anwendungen die richtige Wahl. In geschützten oder teilüberdachten Bereichen liefern sie sehr effektiv genaue Ergebnisse.
Im offenen Außenbereich mit wechselnden Umgebungen bietet ein Radarscanner jedoch klare Vorteile. Radar arbeitet unabhängig von Sichtbedingungen, ist mechanisch robuster und gewährleistet so einen stabileren Dauerbetrieb.
Für diese Polleranlage in Niedersachsen war der Wechsel die technisch sinnvolle Entscheidung. Das neue System ist fortschrittlich, effizient und auf Zuverlässigkeit sowie langfristige Betriebssicherheit ausgelegt.
Beide Technologien haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, die Sensorlösung an den konkreten Einsatzbereich anzupassen. In diesem Fall war Radar die robustere und betriebssichere Wahl.